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Genug Zeit für Hobbys

Von admin | 10 Mai 2006

Interview by Mark Brown, Rocky Mountain News, May 5, 2006 

Fans mögen bei Bryan Adams an a guilty pleasure (?) denken, aber Musiker, die ihn kennen, zollen ihm großen Respekt, sei es Sting, Barbara Steisand oder Roger Waters, der ihn aus heiterem Himmel anrief und ihn fragte, ob er nicht an dem Projekt “The Wall” in Berlin teilnehmen wolle.

Adams radiofreundliche Hits wie “Summer of ‘69″ oder “Cut’s like a knife” machten ihn zu einem internationalen Superstar, aber in den vergangenen Jahren hat er dies absichtlich heruntergespielt. Sein letztes Album “Anthology” ist eine Sammlung all seiner bisherigen Hits plus einem neuen Song, “When you’re gone” mit Pamela Anderson. Adams lebt ziemlich ruhig in London und tourt nur, wenn er will, er findet daher viel Zeit für seine Passionen: Fotografie und Musik.

In einem Interview in New York City plaudert Adams über seine Shows in USA.

News: Du gibst nur ein paar US-Konzerte, sozusagen eine Mini-Tour.

Bryan: Sie hätte länger werden können, aber ich habe mich so entschieden. Ich mache gerne einmal im Monat für eine Woche Auftritte und verbringe den Rest der Zeit zu Hause. Ich erinnere mich, als ich meinem Manager vor 6 Jahre erzählte, dass ich nun so arbeiten wollte. Er lachte und sagte ‘Das wirst du niemals tun. Das macht keiner mit. Deine Roadcrew wird dich verlassen. Deine Band wird dich verlassen. Du wirst deine Auftritte alleine machen mit einer Akustikgitarre’. Niemand ging - alle machten mit.

News: Du hast mit Sting und Pamela Anderson gespielt. Vergleiche bzw. unterscheide ihre Arbeit im Studio.

Bryan: Sie sind sehr unterschiedlich (lacht). Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mit Sting, er war der erste den ich anrief, als ich “All for love” als Gesangstrio machen wollte. Mit Pamela war es mehr als eine Neuheit. Ich habe nicht mit Pam wegen ihrer Sangeskünste gearbeitet.

News: Als du das letztemal in Denver warst, du spieltest als Opener für die Stones in der McNichols Arena.

Bryan: Dinge passieren und du wirst gefragt. Ich spielte Bass. Ich dachte, es könnte interessant sein. Natürlich bin ich auch ein großer Fan der Stones, deshalb war es eine große Chance, die Stones jeden Abend zu sehen.

News: Machtest du diese Trio-Tour aus Langeweile?

Bryan: Der Grund dafür war, dass ich einen Weg finden wollte, die Arbeit wieder interessant zu machen. Nach den 90ern und nach allem, was in diesen Jahren geschah, wollte ich einige Dinge auffrischen. Das erste, was ich tat, war, die Tour zu verändern und ich reduzierte die Band auf die Leute, die mit mir vor Jahren anfingen. Es ging darum, wie man arbeitet und dass es immer noch Spaß macht und man noch immer tut, was man schon immer wollte.

News: Es sieht so aus, als seiest du noch immer so rastlos wie früher.

Bryan: Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist (lacht). Ich weiß es nicht. Ich glaube, viele Musiker sind so rastlos. Ich bin wirklich dankbar, dass ich das noch immer so machen kann. Es es nur wegen der Lieder. Ich habe ein kleines Arsenal an Liedern, die Grenzen überschritten haben. Ich kann einen Pfeil auf eine Karte werfen und irgendwo spielen. In diesem Jahr spielten wir in Südafrika, Indien, Pakistan, mittleren Osten, in Teilen von Europa und in Kanada und jetzt kommen wir zurück in die Staaten. Und es ist erst Mai! Es ist nur die Musik, die mich so rastlos macht.

News: Du hast von Anfang an für andere Künstler geschrieben und gearbeitet.

Bryan: Am Anfang machte ich alles. Studiosessions, wenn ich eins bekam, oder am Abend mit der Band spielen. Auf einigen der Touren die wir machten, spielten wir drei Shows am Tag. Ein Mittagskonzert für einen Radiosender, um 19.30 Uhr als Vorprogramm für irgendjemanden und dann Nachts noch in einem Club. Wir arbeiteten wirklich hart. Aber ich habe immer die Zähne zusammengebissen und weitergemacht.

News: Du schreibst noch immer Songs für andere Künstler, obwohl du es nicht müsstest.

Bryan: Einige Songs passen zu mir und andere nicht. Während des Schreibens wird es einem schnell klar, ob es für ein Album von mir passt. Passt es nicht, schicken wir es irgendjemand anders. Es war ganz gut, aus Vancouver zu stammen. Es gab dort verschiedene gute Produzenten. Bruce Fairburn, der Aerosmith produzierte, Bob Rock, der Metallica produzierte. Wir waren mit ihnen befreundet und schickten ihnen Lieder: Hey, du arbeitest diese Woche mit Motley Crue? Hier ist ein Song, der bestimmt großartig ist. In 9 von 10 Fällen landet der Song auf ihren Alben.

News: Der Sänger/Songwriter Ryan Adams spielt auf seinen Konzerten “Summer of ‘69″. Werden die Leute auf deinen Konzerten “New York New York” oder “Come pick me up” grölen?

Bryan: Nein. Ich glaube, keiner kennt diese Songs (lacht).

News: Wo siehst du dich selbst in diesem neuen Musikgeschäft.

Bryan: Es war nie leicht, damals wie heute. Ich erinnere mich, als ich in Denver war (Mitte der 80er) als wir auf derAmnesty International Conspiracy of Hope Tour spielten. Auf dieser Tour war Peter Gabriel, U2, ich, Sting Lou Reed - und niemand kam. In Denver. Niemand kam. Es war eine leere Arena, unglaublich. Kannst du dir das heute vorstellen? Es war bizarr. Ich glaube, es war, weil es Amnesty war. Der Promoter hatte Angst, dass es so eine Verschwörung wäre. Er hatte Angst, die Show zu promoten. Er vergaß es einfach!

 

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